HomeAktuellesLandmaschinentreffen in Thüringen 6. Juni 2010

Landmaschinentreffen am 6. Juni in Thüringen, Vorarlberg

Als Highlight dieses Jahres ist sicher der Event in Österreich zu verbuchen. Der Schwertransport über die Grenze hinaus ist aus dem Grunde schon speziell, da wir Zollpapiere für unsere bereits knapp 100 jährige Walze lösen mussten. Aber auch sonst war der Anlass ein ganz schönes Erlebnis.

Im Frühjahr wurde unser Verein angefragt, ob wir Interesse hätten an einem Oldtimertreffen im Vorarlberg teilzunehmen. Unsere erste skeptische Meinung war folgendermassen, als dass wir bereits Erfahrungen hatten, dass es kompliziert wird mit einem Strassenbaufahrzeug, welches notabene offiziell eingelöst ist, die Grenze zu überqueren. Nach einer vertieften Diskussion an der Hauptversammlung haben wir dann das Projekt weiterverfolgt und eine Offerte geschrieben. Nach positiver Antwort freuten wir also umso mehr, da dies hiess wieder einmal mit einer Walze die Grenze zu überqueren. Eine 10 Mann starke Crew haben wir ebenfalls mitgenommen.

 

In der Woche vor dem Fest hatten wir Kesselabnahme durch den Kesselinspektor. Leider war eine der neuen Dichtung der Henninger nicht dicht und zerberstete. Dass hiess für uns, dass wir diese Walze nicht mitnehmen konnten, wie ursprünglich geplant. Ivo Jensen hat aber nochmals alle Kräfte gebündelt und bei der Avelingwalze alle nötigen Reparaturarbeiten ausgeführt. Am Freitag vor dem Fest mussten wir schliesslich die Walze mit dem Saurer-Lastwagen von Bergundthal auf den Tieflader bringen. Dies verlief ohne Probleme. Die ganze Crew fuhr dann um halb Neun Uhr am Samstag über Zürich, St. Gallen, Feldkirch nach Thüringen. Der Grenzübertritt brachte überhaupt keine Probleme mit sich, so hatten wir unser Carnet ATA bereits nach fünf Minuten abgestempelt gekriegt.

Angekommen in Thüringen begrüssten uns freundlichst die Mitglieder des „Club der alten Landmaschinen Blumenegg“. Sie waren gerade dabei die ganze Infrastruktur aufzubauen und für den Sonntag bereit zu stellen. Manfred Wild war derjenige, der uns nach Österreich geholt hatte und er zeigte uns die Übernachtungsmöglichkeit in Bludesch. Wir waren davon hell begeistert, war es doch ein ganze Haus mit 5 Zimmern, acht Betten, drei roten Sofas, einem riesigen Fernseher und dem wunderschönen Garten. Leider konnten wir das Haus nur wenig geniessen, da wir viel zu tun hatten. So hatten wir unsere Walze bereits am Samstagabend geheizt und sorgten so, dass die Temperatur im Kessel über Nacht nicht zu tief herunter fiel, damit wir am Sonntag nur noch Einheizen und Loslegen konnten. Am Samstagabend waren wir noch zu brasilianischem Spiessbraten eingeladen worden. Ein spezielles Fleisch gegart auf dem Grill. Unserer Jungmannschaft gefiel natürlich der Caipirinha (brasilianischer Coctail) viel mehr, welches von einer Brasilianerin extra für die Helfer des Festes gemixt wurde. So schlossen wir den gemütlichen Abend beim nahegelegenen Bauernhof ab, wo die Familie Nussbaum ihren Zeltklappanhänger aufgebaut hatte. Die Stimmung war heiter und jeder freute sich natürlich auf den Festsonntag.

Hans Jensen stand um sieben Uhr morgens auf um die ersten Hölzer in der Feuerbüchse zu verbrennen. In der gleichen Zeit standen Marcel und Simon auf um die Crew mit einer feinen Rösti zum Morgenessen zu verwöhnen. Das reichhalte Frühstück mit Rösti, Spiegeleiern, Jogurt, Gipfeli und Orangensaft erfreute unsere Mitglieder und gestärkt konnten wir nun auf das Festgelände fahren. Dort fuhren auch bereits die ersten Traktoren ein und gliederten sich schön der Reihe nach auf. Gegen 100 Traktoren wurden erwartet und es erstaunte nicht, als sogar noch mehr kamen. Unsere Walze stand um 10 Uhr betriebsbereit da und begrüsste die Gäste mit der Pfeife. Eine wahre Sensation hörte man von allen Seiten, als wir mit unserem Ungetüm auftraten. In Österreich sind Dampfwalzen kaum zu finden und deshalb hatten wohl die Wenigsten schon so eine Maschine live gesehen.

Wie mit den Organisatoren abgemacht, hatten wir einen Anhänger erhalten, welchen wir an der Walze anhängten. Die jungen wie auch älteren Gäste genossen die kurze Rundfahrt im Anhänger rund um das Festgelände. So mussten auch unsere Walzenfahrer ständig Runden drehen, denn sobald die Leute ausgestiegen waren, kamen sogleich Neue wieder rein.

Man darf stolz behaupten, dass dieser Ausflug ein grosser Erfolg war und es den Gästen hauptsächlich aus dem Montafonertal, Rheintal und Umgebung und unseren Organisatoren sehr gefallen hatte. Wir hoffen, auf dass wir uns auf weitere schöne Momente wieder freuen dürfen. Vielleicht reisen wir nächstes Jahr wieder dorthin oder werden angefragt um in eine andere Region zu fahren. Unsere aktive Fahrermannschaft freut sich an Interessenten und ist auch gewillt gerne so etwas durchzuführen.

Link „Club der alten Landmaschinen Blumenegg“:

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