Schlittelplausch 25. Februar 2006
Unter dem Motto „ Schlittelplausch“ zog es uns Dampfer in den kalten Schnee. Am Samstag 25. Februar 2006 genossen wir das herrliche Wetter just über dem Nebelmeer auf dem 1950 Meter hohen Niederhorn oberhalb Thun. Bepackt mit Schlitten und guter Ausrüstung trafen wir uns vor dem Eingang der Niederhornbergbahn in der Beatenbucht.
Der neue Silberpfeil brachte die 19 köpfige Crew bequem zum Beatenberg. Dort hiess es umsteigen auf die Gruppenumlaufbahn, die uns zum Start der Schlittelpiste führte. Dass einige Mitglieder wirklich Spass am Schlittlen haben, sah man spätestens bei den Schlittenkonstruktionen. Hans Jensen zog die Blicke auf seinen selbstgebauten Rodel, der mit Chromstahlkuven alle Konkurrenten übertreffen solle; so bluffende Worte des Konstrukteurs. Beat Hadorn übertraf jedoch alle Schlitten bei Weitem. Mit seinem „wilden Schaf“ stellte er jeden Gegner punkto Geschwindigkeit in den Schatten. Kein Wunder, denn in den letzten Tagen vor dem Event hatte er sich in seine Werkstatt verkrochen. Alle anderen, die keinen Holzschlitten besassen, konnten sich eines Ausgeliehenen bedienen, die die Bergbahnen vermieten.
Nach dem Mannschaftsfoto auf dem Piz Niederhorn war die Stimmung der Jungmannschaft aufgeheizt, nur eine rasante Schlittenfahrt konnte sie an Versetzen von Bergen hindern. So endete die erste Schlittenfahrt auch mehr in einem ironischen Chaos: Die ersten paar hundert Meter waren durchzogen von Wellen und Schanzen und es erstaunte nicht, dass die meisten sich mit dem Schnee anfreunden mussten (Kopf im Schnee). Auch Tannen sind erfahrungsgemäß für Dampfer gefährlich. Dennoch war die ganze Fahrt rundum ein Vergnügen. Umfälle durften wir mit Stolz keine verzeichnen, was sicher für uns spricht:-)
Wer nicht Mühe mit Schlittenfahren hatte, plagte sich dafür umso mehr mit dem Schlitten. Werner Roth wollte auf seinem Plastikgaul das Gefühl eines Ben Hur auf Pferdewagen nachahmen, doch wie es ist, der Schlitten schätzte dies nicht so und er glitt fröhlich den Hang hinunter ohne Werner. Dass einige ein Lachen nicht verkneifen konnten, sei nur am Rande zu erwähnen. Doch Werner rannte eiligst die Piste runter um seinen Schlitten zurück zu erobern. Es gelang ihm auch (Bravo). Doch einmal ist keinmal. Ein paar Runden später war seine Schlittelerfahrung bereits im schönen Sonnenwetter verflossen und Werner musste seine Fähigkeiten noch einmal unter Beweis stellen. Doch der Schlitten wollte wieder nichts von ihm wissen und suchte erneut das Weite. Schade. Werner hat keine Lust mehr nach ihm zu rennen und nahm gemütlich den Platz auf Tinas Schlitten in Anspruch (typisch Mann). Na ja, am Ende der Piste fand er ein Plastikstück eines blauen Schlittens. Ob wohl das Seiner war? Nichts desto trotz wollte er bei der Schlittenausgabe um Ersatz bitten, wäre da nicht Michelle Hadorn gekommen. Sie hatte nämlich unterwegs beobachtet, dass ein unbekannter Schlitten den Weg Richtung Thunersee einschlug. Mit voller Elan, rannte sie ihm nach und mit einem grossen Sprung konnte sie ihn vor dem Versenken retten. Werner hatte wieder mal Glück gehabt, als Michelle diesen mit der Bahn hinauf brachte.
Doch dies sei nicht alles dieser Anekdote. Dass Werner den Schlitten noch ein drittes Mal vor der Mittelstation verlor, darf fast nicht mehr erwähnt werden. Glücklicherweise fand er ihn wieder im Holzgestrüpp, so dass er ihn am Abend wieder abgeben konnte.
Moral des Tages: Für manche ist Schlitteln nicht einfach (Wernu, nimm es nicht so ernst! :-)
Am Nachmittag kamen Markus und Anita von Kännel noch dazu, die das Fondueessen nicht verpassen wollten. Wie auf dem Anmeldetalon geschrieben ist, war um 17.58 Sonnenuntergang. Wir genossen ihn in vollen Zügen durch den Nebel beim Apero. Um ca. sechs Uhr durften wir in einem eigens reservierten „Dampfersääli“ das lang ersehnte und tapfer verdiente Fondue geniessen. Bei einem Glas genussvollem Fendant, einem Stück Brot und der Käsepfanne rundeten wir den Abend bei gemütlicher und heiterer Stimmung ab. Die letzte Fahrt konnte nach Wunsch auf dem Schlitten oder per Bahn erlebt werden. Die unbeleuchtete und frisch geglättete Piste heizte die Stimmung noch einmal so richtig an und alle durften diesen Tag als schönes Erlebnis in Erinnerung ablegen.




